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Trösten, verbinden, Hilfe rufen

Am letzten Donnerstag und Freitag hat man bei uns im DRK Zentrum viele Kinder mit Verbänden an Arm, Kopf oder Bein angetroffen. Aber natürlich war keines von ihnen wirklich verletzt, sondern wir haben am 12. und 13. Juli zwei Ferienpass-Aktionen angeboten, die sich jeweils an Kinder im Alter von 6-9 Jahren und von 10-14 Jahren richteten. Diese beiden Nachmittage standen ganz im Zeichen der Ersten Hilfe. Insgesamt nahmen 22 Kinder an unserer Ferienpassaktion teil.

Wenn sich die kleine Schwester oder der Bruder beim Herumtoben verletzt, Mama sich beim Gemüseschnippeln in den Finger schneidet oder Papa sich mit dem Hammer auf den Daumen haut, dann ist schnelle Erste Hilfe gefragt. Und die können in solchen Situationen auch schon Kinder leisten. Denn wenn jemand verletzt ist, kann man durch Trösten, ein Pflaster kleben oder einen Verband anlegen und vor allem durch Hilfe holen ganz schön viel für diese Person tun.

Sven Pawlitzki hatte ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet und begleitete die Kids zusammen mit Claudia Rehaag und Kristina Pawlitzki durch den Nachmittag. Im Schulungsraum des DRK-Zentrums wurde erst einmal das theoretische Grundwissen geschaffen. So wurde beispielsweise zum Thema "Notruf" erklärt, was man sagen muss wenn man den Notruf wählt und welchen Stellenwert der Notruf in der Rettungskette hat. 

Mit einem kleinen Film der Regionalleitstelle Osnabrück wurde den Kids zunächst der Ablauf eines Notrufes gezeigt. Das Highlight war dann sicher, als jeweils ein Kind den Notruf „in echt“ anrufen durfte, um einen im Vorfeld mit der Leitstelle besprochenen „Notfall“ zu melden. Und das machten die Ferienpasskinder ziemlich souverän, selbst als der Disponent der Leitstelle plötzlich noch mehr Fragen stellte und die 10jährige Anruferin zu weiteren Maßnahmen anleitete. Über den Lautsprecher konnten die anderen das Gespräch mithören. Wir danken der Regionalleitstelle Osnabrück recht herzlich für die nette Unterstützung.

Und Pausen gibt’s nicht nur in der Schule, sondern auch beim DRK. Kinder und Betreuer stärkten sich mit Saft und Kuchen.

Nach der Pause sollten die Kids anhand von vorgefertigten Karten dann selbst eine Rettungskette erarbeiten, angefangen vom Notfall bis hin zum Krankenhaus, doch Sven hatte es ihnen nicht zu einfach gemacht und dazwischen auch Karten mit falschen Antworten platziert. Das Auslachen eines Verletzten hat in der Rettungskette natürlich nichts verloren, genau so wenig wie das Gaffen oder das Anfertigen von Handyfotos. Das wurde von den Ferienpasskindern ganz richtig erkannt: Die falschen Antworten flogen raus und die Rettungskette war schließlich komplett.

Natürlich ist auch das Verbinden von „Wunden“ eine wichtige Erste Hilfe. Zuerst zeigte Sven, wie es richtig geht. Danach legten die Kids los: Vom einfachen Armverband über Kopfverbände bis hin zum Ganzkörperverband „Marke Mumie“ wurde sich gegenseitig verarztet und die kleinen Ersthelfer hatten dabei sichtlich Spaß.

So schön verbunden ging es raus auf den Hof, wo unser Krankentransportwagen bereitstand, um von den Ferienpasskindern genau unter die Lupe genommen  zu werden. Wie riecht eigentlich Sauerstoff? Warum redet das Gerät mit mir? Diese und viele weitere Fragen wurden von Sven beantwortet. Wer wollte, konnte sich auch einmal auf die Trage legen und Patient spielen.

Im Schulungsraum hatten Claudia und Kristina inzwischen die Reanimationspuppe „Klaus-Peter“ bereitgelegt und die Kinder konnten daran selbst einmal die Wiederbelebung ausprobieren.

Als Abschluss hatte Sven noch eine besondere Überraschung parat: Mit dem Mannschaftswagen des Ortsvereins wurde eine Runde um den Block gefahren, Blaulicht und Martinshorn inklusive – das aber natürlich nur auf dem DRK-Hof!

Am Ende des Nachmittags erhielt jedes Kind eine Urkunde und eine Notrufkarte mit der Notrufnummer und den 5 W-Fragen.

14. Juli 2018 18:06 Uhr. Alter: 339 Tage