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DRK-Kreisverband Osnabrück erhält drei neue Einsatzfahrzeuge

Bissendorf. Die Stars des Abends schmückten sich mit grünen Girlanden: Mit einem Festakt in Bissendorf wurden am Montag gleich drei neue Fahrzeuge für den DRK-Kreisverband Osnabrück-Land in Dienst gestellt. Einen der symbolischen Schlüssel überreichte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.

Fotos: Jörn Martens, NOZ

Der neue Gerätewagen „Betreuung“, der fortan dem Katastrophenschutz des DRK-Kreisverbandes zur Verfügung steht, ist zugleich der landesweit erste nach neuer Norm. Für die Unterbringung und Versorgung von Betroffenen und Helfern im Katastrophenfall führt der 18-Tonner neben Zelt, Zeltheizung und Beleuchtung auch 300 Feldbetten, eine eigene Trinkwasserversorgung, Hockerkocher, Pflegezubehör und vieles mehr mit sich.

Das Land Niedersachsen beteiligte sich mit rund 140.000 Euro maßgeblich an der Finanzierung. Weitere rund 50.000 Euro brachte der DRK-Kreisverband selbst auf. Innenminister Pistorius kam deshalb gerne zum DRK-Standort Bissendorf, um persönlich den Schlüssel zu übergeben. „Wir können Katastrophen nicht vermeiden“, begründete er das Engagement des Landes. „Aber wir können alles dafür tun, bestmöglich aufgestellt zu sein, um schnell und effektiv reagieren zu können.“

Angriffe "verwerflich"

Den Aktiven im Katastrophenschutz und allen, die in 13 Ortsverbänden ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen, drückte Pistorius seinen Dank aus. Die Ehrenamtlichen seien das Rückgrat der operativen Bewältigung von Schadensereignissen: „Ohne Sie wäre zukunftsfähiger Bevölkerungsschutz nicht denkbar.“ Scharfe Kritik übte der Landesinnenminister an jenen, die Rettungskräfte, Polizei oder Feuerwehr bei ihren Einsätzen anpöbeln oder gar angreifen: „Das ist absolut verwerflich! Wer solche Kräfte angreift, der greift den Rechtsstaat an“, so Pistorius unmissverständlich.

Deutlich kleiner, aber nicht weniger wichtig als der Gerätewagen „Betreuung“ sind die beiden baugleichen Gerätewagen „Sanität“ für die MANV-PA-Einheiten (Massenanfall von Verletzten - Patientenversorgung) des erweiterten Rettungsdienstes im Landkreis Osnabrück. Ein aufblasbares Zelt mit autarker Stromversorgung und Heizung, Krankentragen, EKG-Geräten, Beatmungsgeräten und mehr gehört zur umfassenden Ausstattung. Stationiert sind die Fahrzeuge künftig in Bissendorf und Oesede.

Blick ins Innenleben

Im Gegensatz zu dem großen Gerätewagen „Betreuung“ können die MANV-PA-Fahrzeuge auch mit dem sogenannten „Feuerwehr-Führerschein“ gefahren werden. Und sie seien, erklärte Kreisbereitschaftsleiter Jens Kasselmann, wendig genug, um „durch jede Hofeinfahrt“ zu passen. Landrat  Michael Lübbersmann überreichte die Schlüssel der Fahrzeuge, die jeweils eine Investition von 125.000 Euro erforderten. Dabei betonte er zugleich, es werde weiterer Anstrengungen bedürfen, um das Niveau der Fahrzeug-Ausstattung zu halten und zu verbessern.

„Der Katastrophenschutz und der allgemeine Bereitschaftsdienst fordern immer mehr Knowhow und Ausstattung“, stellte auch DKR-Kreispräsident Ansgar Pohlmann fest. „Wir freuen uns deshalb sehr, gleich drei Fahrzeuge in Dienst stellen zu können.“ Und natürlich ließen sich die Stars des Abends nach dem Festakt von den Aktiven und Interessierten bereitwillig in ihr sorgsam durchgeplantes Innenleben schauen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 21.05.2019, Bericht von Petra Ropers, Bilder von Jörn Martens

23. Mai 2019 20:39 Uhr. Alter: 26 Tage